Die schichtweise Ablagerung von Gestein, Sedimenten und toten Lebewesen funktioniert wie ein „Aktenordner des Lebens“, bei dem die letzte Seite der ältesten, und die oberste Seite der jüngsten Schicht entspricht. Paläontologen „blättern“ darin herum und finden immer wieder neue Informationen. Sie rekonstruieren aus ihren Erkenntnissen ein Bild der Vergangenheit unserer Erde. Nur etwa 1 % aller Lebewesen, die jemals gelebt haben, werden als Fossilien überliefert. Zum einen liegt das daran, dass viele Organismen keine Hartteile ausbilden. Zum anderen, dass der Leichnam bevor er überhaupt versteinern kann, verwest und schließlich restlos verschwindet.

Ein Giganotosaurus, einer der größten kreidezeitlichen Raubsaurier der Welt, stirbt vor etwa 95 Millionen Jahren an einem Flussufer des Riesenkontinents Gondwana. Der Kadaver wäre nicht lange unentdeckt geblieben. Beutegreifer, Aasfresser, und Insekten hätten den Körper verzehrt und Bakterien hätten ihn schließlich gänzlich zersetzt. Damit es zur Versteinerung von Skelettelementen kommen kann, müssen diese der Zerstörung durch Lebewesen oder durch Verwitterung entzogen werden.
Der Fluss tritt über seine Ufer und bedeckt den Körper des Riesen. Haut, Muskulatur und innere Organe verwesen restlos. Das Körperskelett wird vom Wasser davon getragen oder zerstört. Der Schädel jedoch bleibt an Ort und Stelle und wird von im Fluss mitgeführtem Schlamm bedeckt. Nach dieser Einbettung beginnt unter Luftabschluss die eigentliche Fossilisation.
Die noch lockeren Schlammschichten verdichten sich unter dem immer größer werdenden Druck des darüber liegenden Materials und unter dem Einfluss von chemischen Substanzen über Jahrmillionen zu kompaktem Gestein. Mineralien dringen in die Schädelknochen ein und ersetzen nach und nach die organischen Bestandteile. Aus dem Schädel ist nun eine Versteinerung geworden, die tief unter der Erdoberfläche auf ihre Entdeckung wartet.
Der Fluss ist lange versiegt und die abgelagerten Gesteine liegen auf dem trockenen Land. Geologische Vorgänge und Verwitterungsprozesse tragen die jüngeren über dem Schädelfossil liegenden Gesteinsschichten ab. Dicht unter der Oberfläche ist das Fossil nun leicht erreichbar. Sollte das Fossil durch den Einfluss von Wind und Wetter komplett freigelegt werden, könnte es nun durch diese Einflüsse zerstört werden. Glücklicherweise suchen Paläontologen gerade jetzt an dieser Stelle nach Überresten aus der Urzeit.
95 Millionen Jahre nach dem Tod des Giganotosaurus wird dessen Schädel von Fossilienjägern in der so genannten „Candeleros-Formation“ in Patagonien im Süden Argentiniens gefunden. Anhand der Fundschicht kann das Alter bestimmt werden: obere Kreidezeit. Durch Gips oder Kunstharzschaum geschützt gelangt der Schädel schließlich in die Werkstatt der Präparatoren, die ihn mühsam vom umgebenden Gestein befreien und die Teile zusammen fügen. Nun kann er von Wissenschaftlern analysiert werden. Sie stellen im Vergleich mit Funden anderer Dinosaurier fest, dass es sich um einen Raubsaurier einer bisher unbekannten Art handelt. Aufgrund seiner gigantischen, bisher von keinem anderen Raubsaurier erreichten Größe, geben sie ihm den Namen Giganotosaurus, „Riesenechse aus dem Süden“. Ihre Erkenntnisse veröffentlichen sie in einem Fachmagazin und vergrößern damit das Wissen um die Riesenechsen des Erdmittelalters. Nature-Paper über Giganotosaurus

Wie findet man einen Dinosaurier?
Anhand von Satellitenbildern, alten Karten und Fundberichten entdecken Paläontologen Gesteinsschichten, die aus dem Erdmittelalter stammen und Dinosaurier enthalten könnten. Sie suchen gezielt nach Süßwasserablagerungen, die durch Seen oder Flüsse entstanden sind; dort ist die Wahrscheinlichkeit ein Dinosaurierfossil zu finden am größten. mehr

Was lehrt uns ein Fossil?
Das Finden und Präparieren eines Fossils ist schwierig. Noch schwieriger ist es, Schlussfolgerungen anhand solcher Funde zu ziehen. Erst die wissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung aller bekannten Fakten bringt Erkenntnisse.mehr

Findet man komplette Dino-Skelette?
Vollständige Skelette von Dinosauriern werden eher selten gefunden. Und in diesen Fällen sind es auch fast immer die kleineren Exemplare, die komplett eingebettet wurden. Normalerweise finden die Forscher nur Teile eines ganzen Tieres. mehr
… seit dem 30. Januar 2011.
30. Januar 2011
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